Das Haus am Meer oder meine Sehnsucht nach Ruhe

Irgendwie ist es konsequent, dass ich einen Blog darüber starte warum ich nicht schreibe, und dann erst einmal nichts mehr von mir hören lasse.

Doch vor ein paar Tagen habe ich zusammen mit einer Freundin festgestellt, dass auch sie genau diesen Traum hat: Schreiben in einem Haus am Meer. (Und sie ist nicht einmal die erste – wobei die andere Begegnung schon Jahre zurückliegt.) Das Interessante an unserem Gespräch war aber, dass unser gemeinsamer Sehnsuchtsort für jede von uns für jeweils ganz eigene Hoffnungen und Wünsche steht.

Dass es bei der Sache mit dem Schreiben nicht wirklich um ein Haus oder Garten am Meer geht, habe ich ja schon vermutet. Aber was steckt dann tatsächlich dahinter?

Für mich ist dieses „Haus am Meer“ mein geheimer Rückzugsort, der mir Ruhe und Abgeschiedenheit bietet. Gerade das Meer – das ich mir als eher kühl, windig, menschenleer vorstelle – hat für mich etwas Weitendes, das mir den ganzen Raum der Möglichkeiten öffnet, und gleichzeitig etwas Zentrierendes, durch das ich zu mir selbst komme.

Dort am Meer bin ich weit weg von der Hektik und den Ablenkungen des Alltags – und dem gefühlten Erwartungsdruck, diesen Ablenkungen auch nachzugehen. Egal, ob es sich dabei um soziale Verpflichtungen oder den traditionellen Wettlauf im Hamsterrad handelt; ohne die räumliche Distanz könnte ich mich all dem nicht so leicht entziehen.
Doch hier allein am Meer muss ich nichts. Die Abgeschiedenheit lässt mir gar keine andere Wahl, als mich ganz auf mich selbst zu konzentrieren.

Und auf eine gewisse Weise bedeutet ein eigenes Haus mit Meerblick auch, dass ich es geschafft habe; es ist das große Endziel, an dem ich endlich machen kann, was ich will. Endlich bin ich frei von Zwängen; endlich kann, nein, darf  ich mir die Zeit und Muße zum Schreiben (und für mich) nehmen.

Im Grunde geht es mir um Entschleunigung, Ruhe und die daraus erwachsende innere Freiheit, nach meinen eigenen Regeln zu spielen. Also nichts, wofür ich zwangsläufig einen abgeschiedenen Garten am Meer brauche. Aber er erinnert mich daran, wie wichtig es ist, mir selbst den nötigen Freiraum im Leben zu schaffen.

Foto: Jaime Gonzáles (CC BY-SA 2.0)

  1. Pingback: Ein guter Grund für mehr Ruhe und Entschleunigung | Ina Augustin

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